Verschollen in Bangladesch
Ferienspaßaktion bei der Lichtbrücke
Am Montag, den 5. September 2011 um 10.00 Uhr, versammelten sich 19 Kinder und zahlreiche Helfer im Haus der Lichtbrücke in Loope zur Ferienspaßaktion „Live Krimi“. Die Teilnehmer im Alter von 8 bis 13 Jahren wurden im Dorf Grameen in Bangladesch willkommen geheißen, wo sie zunächst Wissenswertes über das Land erfuhren. Plötzlich betrat eine weinende Bengalin den Raum, die erzählte, dass ihre beiden Kinder Shati und Sabuj verschwunden seien. Nach und nach erfuhren die Aktionsteilnehmer, dass die beiden Kinder in einer Textilfabrik arbeiteten, jedoch schon einige Wochen nicht nach Hause gekommen seien.

Voller Enthusiasmus begaben sie sich auf die Suche nach den Beiden. Diese führte sie zunächst zur Textilfabrik, wo die Teilnehmer den strengen Vorarbeiter überlisteten und so mit den Näherinnen sprechen konnten. Sie erfuhren einiges über die Arbeitsbedingungen in der Fabrik. Von dort machten sie sich auf den Weg zur Gewerkschafterin, die ihnen in einem Spiel zeigte, was für einen weiten Weg eine Jeans, die man hier in Deutschland kaufen kann, zurücklegt. Mit vielen kreativen Ideen versuchten die Kinder den Vorarbeiter und den Fabrikbesitzer zu überzeugen, ihnen Zugang zur Fabrik zu gewähren, wo sie Shati und Sabuj vermuteten.

Schließlich wandten sie sich sogar an die Polizei, die jedoch, dank Bestechung, keine Auffälligkeiten in der Fabrik feststellen konnte. Gestärkt durch bengalisches Mittagessen, konnten die Teilnehmer dann ein Gespräch zwischen dem Fabrikbesitzer und einer europäischen Händlerin belauschen, die geringere Preise für die Kleidung forderte. Als die Kinder zurück zu einer Besprechung an ihren Versammlungsplatz wollten, fanden sie diesen völlig verwüstet vor. Jemand drohte ihnen, damit sie ihre Finger aus den Angelegenheiten des Fabrikbesitzers hinaushielten. Doch auch davon ließ sich die eifrige Gruppe nicht einschüchtern und überredete schließlich mit Hilfe der Tochter des Fabrikbesitzers den Polizisten dazu, eine Fabrikinspektion ohne Vorankündigung vorzunehmen.

Endlich trafen sie Shati und Sabuj bei der Arbeit an. Doch als der Polizist daraufhin beschloss, die Fabrik schließen zu lassen, erfuhren die Teilnehmer, dass auch dies keine Lösung ist, da Shati und Sabuj mit ihrem Verdienst zum lebenswichtigen Unterhalt der Familie beitrugen. Nach einem Gespräch mit dem Fabrikbesitzer und allen Betroffenen, kamen Ideen wie fairer Handel und gerechte Arbeitsbedingungen auf. Der Tag war für alle Teilnehmenden und Helfer sehr lehrreich. Für die Kinder wurde die Problematik Kinderarbeit greifbar und vielseitig erklärt, was in Zukunft hoffentlich zu einem differenzierten Bild von den Lebensumständen in den Ländern des Südens beiträgt.
Lisa Nöckel

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle Mitwirkenden!